Der Übergang von der Werkstatt für behinderte Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ist ein besonderer Schritt. Umso mehr freuen wir uns über die Entwicklung von John Colbatz, der seit dem 1. März 2025 fest bei der 1a AutoService Barnim GmbH beschäftigt ist.
Gemeinsam mit Marko Fleischmann vom Begleitenden Dienst der Lebenshilfe Barnim besuchten wir John an seinem Arbeitsplatz. Dabei konnten wir uns selbst ein Bild davon machen, wie gut er sich in seinem neuen beruflichen Umfeld eingelebt hat und wie selbstverständlich er inzwischen zum Team gehört. Wir wurden herzlich vom Geschäftsführer, Thomas Oesterling sowie von John begrüßt. Nach einem gemeinsamen Gespräch, zeigte uns John seine unterschiedlichen Aufgaben im Unternehmen.
John kam im April 2014 zur Lebenshilfe Barnim. Zuvor war er bereits zehn Jahre in den Hoffnungstaler Werkstätten tätig. In der Werkstatt der Lebenshilfe arbeitete er im Bereich Garten- und Landschaftspflege. Dort entwickelte er sich über viele Jahre hinweg fachlich weiter und gewann zunehmend an Sicherheit im sozialen Miteinander.
Der Wunsch, sich beruflich außerhalb der Werkstatt auszuprobieren, kam von John selbst. Zunächst interessierte er sich für ein Praktikum bei der Barnimer Busgesellschaft. Da eine Rückmeldung lange ausblieb, wurde ihm ein Praktikum bei der 1a AutoService Barnim GmbH vermittelt. Vom 30. Mai bis zum 9. Juni 2023 erhielt er dort die Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln. Aus dem Praktikum entstand bereits wenige Tage später ein ausgelagerter Arbeitsplatz.
In den folgenden Monaten zeigte John, was in ihm steckt. Durch seine Zuverlässigkeit, seine Lernbereitschaft und sein Engagement entwickelte er sich zu einer wertvollen Unterstützung für das Unternehmen. Gleichzeitig konnte er seine beruflichen Fähigkeiten erweitern und sich immer stärker in das Team integrieren.
Heute gehören unter anderem Reifenservicearbeiten zu seinen Aufgaben. Dazu zählen das Waschen, Auswuchten sowie das Auf- und Abziehen von Reifen, die Einlagerung von Radsätzen, die Fahrzeugaufbereitung und die Pflege des Betriebsgeländes.
Dass daraus schließlich ein festes Arbeitsverhältnis wurde, hat mehrere Gründe. John verfolgte sein Ziel, als Mitarbeiter übernommen zu werden, mit großer Ausdauer. Er bewährte sich im Arbeitsalltag, erweiterte seine praktischen Fähigkeiten und wurde zu einem geschätzten Kollegen. Gleichzeitig zeigte das Unternehmen Offenheit und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Vorbehalte konnten abgebaut werden und aus ersten Berührungspunkten entstand gelebte Inklusion im Arbeitsalltag.
Für den Begleitenden Dienst der Lebenshilfe Barnim ist Johns Weg ein schönes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Motivation, Unterstützung und die passenden Rahmenbedingungen zusammenkommen. Viele Beschäftigte in den Werkstätten verfügen über Fähigkeiten, die auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gefragt sind. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass für eine langfristig erfolgreiche Beschäftigung immer das Gesamtpaket stimmen muss. Deshalb bleibt der ausgelagerte Arbeitsplatz für viele Menschen ein wichtiger und nachhaltiger Weg der beruflichen Teilhabe.
Die Geschichte von John macht Mut und zeigt, wie berufliche Inklusion gelingen kann. Wir gratulieren ihm herzlich zu diesem Erfolg und wünschen ihm weiterhin viel Freude und Erfolg bei seiner Arbeit. Ebenso bedanken wir uns bei Thomas Oesterling und das Team der 1a AutoService Barnim GmbH für die Chance und das tolle Zeichen gelungener Inklusion.
Text, Fotos (24): Lebenshilfe Barnim

